Ratgeber / Planung & Praxis

Webdesigner auswählen: So prüfen Sie Arbeitsproben im Erstgespräch

Ein Portfolio zeigt Ergebnisse, erklärt aber noch nicht die Arbeit dahinter. Mit diesen Fragen prüfen Sie, wie ein Webdesigner Anforderungen, Gestaltung und Umsetzung zusammenbringt.

Besprechungsraum mit Tischen und Stühlen
Symbolbild · Foto: Max Vakhtbovych / Pexels
Przemyslaw Martyna · PEMKO5 Min. Lesezeit
Inhalt dieses Ratgebers

Ein Portfolio ist bei der Auswahl eines Webdesigners ein guter Anfang. Die Bilder zeigen jedoch meist einen ausgewählten Ausschnitt. Für Ihre Entscheidung ist zusätzlich interessant, welche Aufgabe hinter einem Projekt stand, welche Arbeiten der Anbieter übernommen hat und wie die Website tatsächlich genutzt werden kann.

Bitten Sie im Erstgespräch deshalb darum, eine bereits veröffentlichte Arbeitsprobe gemeinsam anzusehen. Es geht nicht um einen kostenlosen Entwurf für Ihr eigenes Projekt. Sie möchten verstehen, wie der Anbieter Entscheidungen erklärt und ob seine Arbeitsweise zu Ihren Anforderungen passt.

Eine vergleichbare Aufgabe statt derselben Branche suchen

Wählen Sie aus den gezeigten Arbeiten ein Projekt mit einer Aufgabe, die Ihrer ähnelt. Vielleicht mussten mehrere Leistungen verständlich getrennt, ein bestehender Auftritt erneuert oder Inhalte für die spätere Pflege vorbereitet werden. Eine passende Aufgabenstellung kann aussagekräftiger sein als dieselbe Branche mit ganz anderen Anforderungen.

Die Frage „Haben Sie schon einmal für unsere Branche gearbeitet?“ dürfen Sie stellen. Ergänzen Sie aber: „Welche Aufgabe dieses Projekts ist mit unserem Vorhaben vergleichbar?“ So wird die Antwort konkret. Der grundsätzliche Vergleich von Anbietertypen wird im Beitrag Agentur oder Freelancer behandelt; hier geht es um den Nachweis der tatsächlichen Arbeit.

Den eigenen Anteil am Projekt erklären lassen

Fragen Sie, welche Bestandteile der Anbieter selbst verantwortet hat. Stammt der Entwurf von ihm? Hat er die Inhalte strukturiert, eine bestehende Gestaltung umgesetzt oder bestimmte Funktionen ergänzt? Zusammenarbeit mit anderen ist kein Nachteil, solange die Rollen verständlich beschrieben werden.

Eine brauchbare Antwort könnte lauten: „Die Texte und Fotos kamen vom Auftraggeber; ich habe die Struktur entwickelt, die Website gestaltet und mit WordPress umgesetzt.“ Daraus wissen Sie mehr als aus der pauschalen Aussage, das Projekt sei vollständig betreut worden. Fragen Sie bei unklaren Begriffen nach, ohne eine bestimmte Antwort vorauszusetzen.

Von der Aufgabe zur Gestaltungsentscheidung gehen

Lassen Sie sich an einer Seite erklären, warum Inhalte an der jeweiligen Stelle stehen. Welche Informationen sollten zuerst sichtbar werden? Warum wurden Leistungen getrennt oder zusammengefasst? Welche Vorgaben mussten berücksichtigt werden?

Sie müssen den Stil nicht in jedem Detail teilen. Achten Sie darauf, ob sich Entscheidungen mit der Aufgabe verbinden lassen. „Das sieht modern aus“ erklärt weniger als ein konkreter Zusammenhang zwischen Inhalt, Bedienung und Gestaltung. Gleichzeitig darf es mehrere sinnvolle Lösungen geben; ein Webdesigner muss nicht behaupten, seine Variante sei die einzig mögliche.

Eine kleine Nutzungssituation gemeinsam durchspielen

Öffnen Sie die Arbeitsprobe auf einem Smartphone oder bitten Sie um eine entsprechende Ansicht. Suchen Sie eine Leistung, folgen Sie einer internen Verknüpfung und betrachten Sie den Kontaktweg. Senden Sie ohne Absprache keine Testnachricht an einen fremden Kundenbetrieb.

Fragen Sie stattdessen, welche Prüfungen im Projekt durchgeführt wurden und wie ein Formular vor Veröffentlichung getestet wird. Für administrative Abläufe kann eine erlaubte Demo oder eine Beschreibung genügen. Der Anbieter sollte keine vertraulichen Kundenzugänge zeigen müssen, um seine Arbeit zu erläutern.

Frage Was Sie damit beurteilen
Welche Aufgabe hatte diese Seite? Ob die Gestaltung mit einem konkreten Zweck verbunden wird.
Was haben Sie selbst umgesetzt? Welche Erfahrung durch die Arbeitsprobe tatsächlich belegt wird.
Welche Alternative wurde verworfen? Ob Entscheidungen und Einschränkungen nachvollziehbar sind.
Wie wurde die mobile Nutzung geprüft? Ob die Erklärung über ein schönes Desktopbild hinausgeht.
Wie pflegt der Auftraggeber die Inhalte? Ob der spätere Betrieb bei der Umsetzung berücksichtigt wurde.

Aussagen zu Ergebnissen einordnen

Wenn bessere Sichtbarkeit oder mehr Anfragen genannt werden, fragen Sie nach Zeitraum, Ausgangslage und Datengrundlage. Ein neues Design kann gleichzeitig mit Werbung, neuen Leistungen oder anderen Veränderungen gestartet sein. Aus einem zeitlichen Zusammenhang lässt sich nicht automatisch ein alleiniger Ursache-Wirkungs-Nachweis ableiten.

Auch fehlende veröffentlichte Kennzahlen sind nicht automatisch ein Qualitätsmangel. Kundendaten dürfen gegebenenfalls nicht gezeigt werden oder wurden gar nicht erhoben. Eine ehrliche Erklärung ist hilfreicher als eine unbelegte Zahl. Google weist im SEO-Leitfaden ausdrücklich darauf hin, dass es keine automatische Lösung für den ersten Platz gibt.

Die Erkenntnisse auf Ihren Auftrag übertragen

Fassen Sie nach der Arbeitsprobe zusammen, welche Aufgaben bei Ihnen ähnlich sind und welche zusätzlichen Fähigkeiten gebraucht werden. Vielleicht überzeugt die Gestaltung, während Textarbeit oder technische Betreuung noch unklar bleiben. Diese offenen Punkte gehören in das nächste Gespräch und später in die Beschreibung des Umfangs.

Verwenden Sie für mehrere Anbieter dieselben Kernfragen. Eine einfache Notiz mit „erklärt“, „noch offen“ und „nicht benötigt“ reicht häufig aus. Der Beitrag Webdesign-Angebote vergleichen hilft anschließend dabei, die zugesagten Leistungen schriftlich gegenüberzustellen.

Ein Erstgespräch mit konkreten Anknüpfungspunkten vorbereiten

Wählen Sie vorab ein oder zwei Arbeiten aus, zu denen Sie Fragen haben. Notieren Sie, welche Elemente für Ihr Projekt interessant sind. So sprechen Sie über nachvollziehbare Beispiele statt nur über allgemeine Geschmacksurteile.

Im PEMKO-Portfolio finden Sie Websitearbeiten als Gesprächsgrundlage. Über die Projektanfrage können Sie Ihre Ausgangslage und die betreffende Arbeit nennen. Im Gespräch lässt sich dann klären, welche Teile des Vorgehens für Ihr eigenes Vorhaben relevant sind.

Ihr nächster Schritt

Besprechen wir Ihre Website.

Welche Leistungen bieten Sie an? Was soll ein Besucher auf Ihrer Website erledigen können? Mit diesen Angaben beginnt die Planung.

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Aktualisiert am 18.09.2026 · Weitere Ratgeber

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